Auftakt der Jugendamtsleiter-Fortbildungsreihe "Leitung gestaltet Veränderung"

Das IKPE organisiert 2025 in Kooperation mit Kommune 360° und der Auridis Stiftung die Veranstaltungsreihe "Leitung gestaltet Veränderung". Kern der Fortbildung ist, Jugendamtsleitungen im Austausch zu begleiten und unter anderem zu beleuchten, mit welchen Rollenanforderungen sie konfrontiert sind, welche komplexen Prozesse und Aufgaben damit verbunden sind und wie man diesen schwer beladenen Tanker "Jugendamt" zielgerichtet steuern kann. Die Idee zur Fortbildung, in der die Jugendamtsleitungen und der Austausch zwischen ihnen im Mittelpunkt stehen, entstand aus dem Programm der Thüringer Präventionsketten.

Im ersten Teil dieser Fortbildungsreihe begaben sich von 22 Thüringer Kommunen 17 Jugendamtsleitungen in eine gemeinsame Reflexion: Was hat eigentlich mein Tätigkeitsfeld ganz konkret mit Kooperation und Zusammenarbeit zu tun, mit integriertem oder agilem Arbeiten? Sind das alles nur neue Schlagwörter oder lohnt es sich, darüber nachzudenken? Wie sinnvoll ist integrierte Steuerung und Planung als Denkmodell eines zweiten Betriebssystems? Lösen sich damit nicht immer mehr Struktur und Verantwortung auf? Diese und weitere Fragestellungen wurden mit eigenen Begriffen und Ansprüchen beantwortet: Flexibles Arbeiten und kooperative Führung sowie hybrides Arbeiten - verbunden mit dem Anspruch des Ergänzens statt kollaborativem Arbeiten!

Was bleibt, sind jedoch offene Themen, die weiterer Auseinandersetzung bedürfen. Im Zentrum steht die Reflexion, wie bedeutsam Haltung und Geduld sind, um gelingende Kooperationen zu ermöglichen. Es geht um die Gestaltung von Partnerschaften – sei es zwischen Amtsleitungen innerhalb der Verwaltung, im Verhältnis zur Politik oder im Miteinander mit den Mitarbeitenden. Auch der Umgang mit einem Dissens zu Entscheidungen oder Herangehensweisen rückt in den Fokus. Die Beziehung zum Jugendhilfeausschuss stellt dabei ein besonderes Spannungsfeld dar: Handelt es sich hier um eine echte Partnerschaft oder vielmehr um eine Arbeitsbeziehung, die aktiv gestaltet werden muss? Die Verwaltung sieht sich häufig in der Rolle eines Dienstleisters, der politische Entscheidungen umsetzt – doch was bedeutet dieses Rollenverständnis heute noch?

Diese Überlegungen werfen sowohl aus der Perspektive der Politik als auch aus Sicht der Verwaltung neue Fragen auf: Was passiert, wenn politische Visionen fehlen – oder wenn es ihrer zu viele gibt? Im gemeinsamen Austausch sind zahlreiche Impulse entstanden, die den Auftakt für eine weiterführende Reflexion zum integrierten Arbeiten bilden.

Wir sind Anfang April 2025 mit der Fortbildungsreihe gestartet, zwei weitere Module werden im Juni und Oktober 2025 folgen. Die Veranstaltung lebt von dem Austausch zwischen den Jugendamtsleitungen und der Bereitschaft, die eigene Haltung und das persönliche Handeln zu hinterfragen sowie neue Perspektiven zu gewinnen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung der Auseinandersetzungen und den Begegnungen auf Augenhöhe.

 

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